Bejahung des Konsequens (Affirming the Consequent) — Wenn Logik sich verkleidet
Die Bejahung des Konsequens ist ein formaler logischer Fehler, bei dem angenommen wird, dass das Antezedens (der 'Wenn'-Teil) ebenfalls wahr sein muss, wenn eine bedingte Aussage wahr ist und das Konsequens (der 'Dann'-Teil) wahr ist. Dies ignoriert die Möglichkeit, dass mehrere Antezedenzien dasselbe Konsequens hervorrufen könnten. Zum Beispiel bedeutet 'Wenn es regnet, ist der Boden nass' nicht, dass ein nasser Boden beweist, dass es geregnet hat – ein Rasensprenger könnte die Ursache sein.
Auch bekannt als: Converse Error, Fallacy of the Converse, Bejahung des Nachsatzes
Wie es funktioniert
Menschen vermischen natürlicherweise hinreichende Bedingungen mit notwendigen, besonders wenn sich die bedingte Beziehung intuitiv stark oder vertraut anfühlt.
Ein klassisches Beispiel
"Wenn jemand Arzt ist, hat er an einer Universität studiert. Sarah hat an einer Universität studiert. Deshalb muss Sarah Ärztin sein."
Wo man das in der Praxis findet
Häufig bei medizinischer Selbstdiagnose ('diese Krankheit verursacht Kopfschmerzen; ich habe Kopfschmerzen; also habe ich diese Krankheit') und bei strafrechtlichen Ermittlungen, wo Indizien als Beweise behandelt werden.
Wie man es erkennt und kontert
Weise darauf hin, dass das Konsequens mehrere Ursachen haben könnte, und frage, ob das genannte Antezedens die einzige mögliche Erklärung ist.
Das Fazit
Bejahung des Konsequens (Affirming the Consequent) gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?