Argument aus den Folgen (Argument from Consequences) — Wenn Logik sich verkleidet
Ein Argumentationsschema, das eine Behauptung, Politik oder Handlung basierend auf ihren Konsequenzen bewertet. In seiner legitimen Form (pragmatisches Schließen) beurteilt es, ob die Ergebnisse der Annahme einer Position wünschenswert oder unerwünscht sind. Es wird zum Fehlschluss, wenn damit argumentiert wird, dass eine Tatsachenbehauptung wahr oder falsch ist, je nachdem, ob ihre Folgen angenehm oder unangenehm sind.
Auch bekannt als: pragmatisches Argument, konsequentialistisches Schließen, Pragmatic Argument, Consequentialist Reasoning
Wie es funktioniert
Folgen sind für die Entscheidungsfindung von praktischer Relevanz. Das Schema funktioniert gut für die Bewertung von politischen Maßnahmen, wird aber falsch angewendet, wenn Konsequenzen zur Bestimmung faktischer Wahrheit genutzt werden.
Ein klassisches Beispiel
Legitim: Wir sollten in erneuerbare Energien investieren, da die Folgen eine verringerte Umweltverschmutzung und Energieunabhängigkeit sind. Fehlerhaft: Der Klimawandel kann nicht real sein, weil die Konsequenzen zu schrecklich wären.
Wo man das in der Praxis findet
Politische Debatten, Geschäftsstrategie, ethisches Abwägen und Kosten-Nutzen-Analysen.
Wie man es erkennt und kontert
Unterscheide zwischen „wir sollten so handeln, als ob X“ (pragmatisch) und „X ist wahr“ (faktisch). Konsequenzen haben Einfluss darauf, was wir tun sollten, nicht darauf, was der Fall ist.
Das Fazit
Argument aus den Folgen (Argument from Consequences) gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?