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blog.category.aspects 29. März 2026 1 Min. Lesezeit

Argumentum ad Ignorantiam (Argument from Ignorance) — Wenn Logik sich verkleidet

Das Argumentum ad Ignorantiam behauptet, dass eine Proposition wahr ist, weil sie nicht als falsch bewiesen wurde, oder falsch, weil sie nicht als wahr bewiesen wurde. Es behandelt das Fehlen von Evidenz als Evidenz selbst. Dieser Fehlschluss verwechselt die Grenzen des aktuellen Wissens mit einem endgültigen Beweis und ignoriert die Möglichkeit, dass die Wahrheit einfach noch nicht etabliert wurde.

Auch bekannt als: Appeal to Ignorance, Argument from Lack of Evidence, Berufung auf Unwissenheit

Wie es funktioniert

Menschen fühlen sich mit Ungewissheit unwohl, und das Framing eines Mangels an Widerlegung als Beweis liefert einen falschen Abschluss. Das Argument nutzt die Schwierigkeit aus, Negative zu beweisen.

Ein klassisches Beispiel

"Niemand hat je bewiesen, dass Außerirdische die Erde nicht besucht haben, also müssen sie sie irgendwann besucht haben."

Wo man das in der Praxis findet

Zentral für Verschwörungstheorien, paranormale Behauptungen und einige rechtliche Argumentationen. Taucht auch in Technologie-Debatten auf ('niemand hat gezeigt, dass diese Software unsicher ist, also muss sie sicher sein').

Wie man es erkennt und kontert

Weise darauf hin, dass die Abwesenheit von Evidenz keine Evidenz für die Abwesenheit (oder Anwesenheit) ist. Bestehe auf positiver Evidenz für jede Behauptung.

Das Fazit

Argumentum ad Ignorantiam (Argument from Ignorance) gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?

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