Tote-Katze-Strategie (Dead Cat Strategy) — Wenn Logik sich verkleidet
Ein bewusstes Ablenkungsmanöver, bei dem jemand ein schockierendes oder empörendes Thema einführt, um die Konversation zu dominieren und von einem Thema abzulenken, das für ihn schädlicher ist. Benannt nach der Idee, dass das Werfen einer toten Katze auf einen Esstisch dazu führen wird, dass alle nur noch über die tote Katze sprechen, statt über irgendetwas anderes.
Auch bekannt als: Dead Cat on the Table, Outrage Diversion
Wie es funktioniert
Empörung und Schock sind psychologisch fesselnd und medienwirksam. Die Provokation erfordert eine Reaktion und verbraucht Aufmerksamkeit und Energie, die sich sonst auf das ursprüngliche Problem richten würden.
Ein klassisches Beispiel
Ein Politiker, der mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert ist, macht eine hetzerische Aussage über Einwanderung, dominiert den Nachrichtenzyklus und begräbt so die Korruptionsgeschichte.
Wo man das in der Praxis findet
Politische Kommunikation, Unternehmens-PR und Social-Media-Diskurse, bei denen Kontroversen fabriziert werden, um schlechte Nachrichten zu begraben.
Wie man es erkennt und kontert
Benenne die Ablenkung explizit und lenke die Aufmerksamkeit wieder auf das ursprüngliche Thema. Frage: Worüber haben wir vor dieser Provokation diskutiert?
Das Fazit
Tote-Katze-Strategie (Dead Cat Strategy) gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?