Fehlerhafte Vergleiche — Wenn Logik sich verkleidet
Fehlerhafte Vergleiche entstehen, wenn Medienberichterstattung zwei Entitäten, Ereignisse, Statistiken oder Aussagen gegenüberstellt, die keine bedeutsame Gleichwertigkeit oder keinen Kontrast haben. Der Vergleich kann verschiedene Maßstäbe (absolute Zahlen mit Raten vergleichen), verschiedene Zeiträume (selektiv gewählte Basislinien), verschiedene Populationen (demografisch unterschiedliche, mit störenden Variablen) oder verschiedene Definitionen desselben Begriffs über Kontexte hinweg umfassen.
Auch bekannt als: Äpfel-Orangen-Vergleich, Irreführende Gegenüberstellung, Falsche Äquivalenz (statistische Form), Basislinienmanipulation
Wie es funktioniert
Das Publikum verarbeitet Vergleiche schnell als Evidenz für relativen Wert oder Risiko. Zu spezifizieren, dass ein Vergleich ungültig ist, erfordert Arbeit: Definitionen, Zeiträume und Populationen prüfen. Der fehlerhafte Vergleich nutzt die kognitive Abkürzung der 'A gegen B'-Präsentation aus.
Ein klassisches Beispiel
Ein Wirtschaftsbericht vergleicht die Quartals-Gewinnmarge eines Unternehmens mit der Jahres-Gewinnmarge eines Konkurrenten und präsentiert beide als 'Gewinnmarge' ohne den Zeitraum zu klären – was das Unternehmen doppelt so profitabel erscheinen lässt, als ein korrekter Vergleich zeigen würde.
Wo man das in der Praxis findet
Verbreitet in der Wirtschaftsberichterstattung (BIP-Vergleiche ohne KKP-Anpassung), Gesundheitsberichterstattung (Risikovergleiche mit absolutem vs. relativem Risiko) und politischer Berichterstattung (Vergleich von Leistungen aus verschiedenen Zeiträumen oder Regierungsbedingungen).
Wie man es erkennt und kontert
Fragen: Groß im Vergleich zu was? Wird die Zahl als absolut oder relativ angegeben? Was ist der Nenner? Was ist die historische Basislinie? Ist der beschriebene Trend statistisch signifikant? Berichte suchen, die Pro-Kopf-, Prozent- oder Kontextfiguren liefern.
Das Fazit
Fehlerhafte Vergleiche gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?