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blog.category.aspects 30. März 2026 1 Min. Lesezeit

Immortal Time Bias — Wenn Logik sich verkleidet

Ein Bias, bei dem ein Zeitraum, in dem das Ergebnis nicht eintreten KONNTE (weil die Person überleben musste, um die Gruppe überhaupt zu erreichen), als Zeit unter Risiko gewertet wird. Dies lässt die Exposition schützender erscheinen, als sie ist.

Auch bekannt als: Survival Bias in Cohort Studies, Time-Dependent Confounding

Wie es funktioniert

Der Fehler ist subtil, weil die Zeit faktisch zum Leben der Person gehört. Dass das Überleben eine Voraussetzung für die Gruppenzugehörigkeit war, wird übersehen.

Ein klassisches Beispiel

Eine Studie zur Langlebigkeit von Oscar-Gewinnern zählt die Jahre VOR dem Gewinn bereits zur „Gewinner-Zeit“. Da man den Oscar nur gewinnt, wenn man bis dahin lebt, waren sie in dieser Zeit „unsterblich“, was ihre Lebenserwartung statistisch künstlich erhöht.

Wo man das in der Praxis findet

Pharmakoepidemiologie, Lifestyle-Studien.

Wie man es erkennt und kontert

Nutze zeitabhängige Analysen (Landmark-Analysen), um die Zeit korrekt zuzuordnen.

Das Fazit

Immortal Time Bias gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?

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