Informationsvermeidung (Information Avoidance) — Wenn Logik sich verkleidet
Die bewusste Entscheidung, Informationen zu vermeiden, die zwar nützlich sein könnten, aber voraussichtlich unbequem sind, aktuelle Überzeugungen bedrohen oder emotional schmerzhaft sind. Anders als Unwissenheit ist dies die aktive Vermeidung von verfügbarem Wissen.
Auch bekannt als: Ostrich Effect, Deliberate Ignorance, Vogel-Strauß-Effekt
Wie es funktioniert
Informationen können zu unerwünschten Entscheidungen zwingen, Ängste erzeugen oder eine Revision der eigenen Überzeugungen erfordern. Vermeidung bewahrt den emotionalen Komfort und die aktuelle Identität auf Kosten einer fundierten Entscheidungsfindung.
Ein klassisches Beispiel
Eine Person, in deren Familie gehäuft Krebs vorkommt, vermeidet Gentests nicht aus Kostengründen, sondern weil sie ihr persönliches Risiko lieber nicht wissen möchte.
Wo man das in der Praxis findet
Entscheidungen über medizinische Tests, Vermeidung von Finanzberichten, Konsum politischer Nachrichten und die Suche nach Informationen zum Klimawandel.
Wie man es erkennt und kontert
Erkenne an, dass Ungewissheit nicht dasselbe ist wie Sicherheit. Bewerte den für die Entscheidung relevanten Wert der Informationen unabhängig von ihren emotionalen Auswirkungen.
Das Fazit
Informationsvermeidung (Information Avoidance) gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?