Irreführende Aggregation (Misleading Aggregation) — Wenn Logik sich verkleidet
Irreführende Aggregation liegt vor, wenn Daten so kombiniert oder gemittelt werden, dass wichtige Muster oder Unterschiede in Untergruppen unsichtbar werden. Durch das Berichten eines Gesamtdurchschnitts können Ausreißer oder gegensätzliche Trends versteckt werden.
Auch bekannt als: Averaging Artifact, Ecological Fallacy (at aggregate level), Mean Deception
Wie es funktioniert
Aggregierte Zahlen sind einfacher zu verdauen. Das Publikum nimmt an, dass ein Durchschnitt einen „typischen“ Fall repräsentiert, und fragt selten nach der Verteilung.
Ein klassisches Beispiel
Ein Unternehmen meldet: „Das Durchschnittsgehalt stieg um 15 %.“ In Wahrheit bekam der CEO einen Bonus von 10 Millionen, während alle anderen 500 Mitarbeiter eine Nullrunde machten. Der Mittelwert wurde durch einen Ausreißer nach oben gezogen.
Wo man das in der Praxis findet
Dies findet sich oft in Berichten über Wohlstand, bei Schulnoten-Durchschnitten oder bei Unternehmensumsätzen.
Wie man es erkennt und kontert
Verlange neben dem Mittelwert auch den Median und Informationen über die Verteilung. Frage nach Aufschlüsselungen für verschiedene Gruppen.
Das Fazit
Irreführende Aggregation (Misleading Aggregation) gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?