Monty-Hall-Irrtum — Wenn Logik sich verkleidet
Der Monty-Hall-Irrtum ist das Versagen, bedingte Wahrscheinlichkeiten nach strukturierten Informationen eines wissenden Akteurs korrekt zu aktualisieren. Im klassischen Problem verdoppelt das Wechseln der Tür, nachdem der Moderator (der weiß, wo der Preis ist) eine Ziege enthüllt, die Gewinnwahrscheinlichkeit von 1/3 auf 2/3.
Auch bekannt als: Drei-Gefangenen-Problem, Vernachlässigung bedingter Wahrscheinlichkeit
Wie es funktioniert
Die menschliche Intuition behandelt die Enthüllung des Moderators als zufällig und berücksichtigt den Informationsgehalt einer eingeschränkten Wahl nicht. Die Wissensasymmetrie zwischen Moderator und Teilnehmer ist kognitiv unsichtbar.
Ein klassisches Beispiel
Ein Quizshow-Teilnehmer wählt Tür 1. Der Moderator öffnet Tür 3 und enthüllt eine Ziege. Die Intuition sagt, die Wahrscheinlichkeit sei jetzt 50/50, aber das Wechseln gewinnt in 2/3 der Fälle, weil das Wissen des Moderators seine Wahl zu einem Signal macht.
Wo man das in der Praxis findet
Varianten der Monty-Hall-Struktur erscheinen in der medizinischen Diagnostik, in der Rechtslogik und in Finanzmärkte-Ereignisstudien.
Wie man es erkennt und kontert
Die Informationsstruktur explizit modellieren. Fragen, wer eine Entscheidung getroffen hat und was sie zu diesem Zeitpunkt wussten. Den Satz von Bayes anwenden, um die posteriore Wahrscheinlichkeit nach der Enthüllung zu quantifizieren.
Das Fazit
Monty-Hall-Irrtum gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?