Reverse Cargo Cult — Wenn Logik sich verkleidet
Eine Propagandastrategie, bei der eine Partei ihre eigenen Unwahrheiten zugibt, aber behauptet, die andere Seite sei gleichermaßen unehrlich, wodurch der Eindruck entsteht, dass Wahrheit an sich unerreichbar ist. Im Gegensatz zu Whataboutism, das ablenkt, gibt der 'Reverse Cargo Cult' die eigene Unehrlichkeit explizit zu und zieht dabei alle anderen auf das gleiche Niveau herab.
Auch bekannt als: Nihilistic Propaganda, Post-Truth Strategy
Wie es funktioniert
Indem der Glaube an die Wahrheit selbst zerstört wird, beseitigt der Manipulator den Nachteil, beim Lügen erwischt zu werden. Wenn nichts wahr ist, dann ziehen Lügen keine Strafe nach sich.
Ein klassisches Beispiel
'Ja, unsere Statistiken sind erfunden, aber deren Statistiken sind auch erfunden. Jeder lügt. Zumindest sind wir ehrlich darüber.'
Wo man das in der Praxis findet
Autoritäre Regime, die das Vertrauen in alle Institutionen und Medien untergraben, damit ihre eigene Propaganda nicht schlechter dasteht als die Alternative.
Wie man es erkennt und kontert
Lehne die falsche Äquivalenz zwischen verifizierten und unverifizierten Behauptungen ab. Bestehe auf einer evidenzbasierten Bewertung anstatt auf pauschalem Zynismus.
Das Fazit
Reverse Cargo Cult gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?