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Algorithmischer Bias

Auch bekannt als: ML-Modellbias Statistische Diskriminierung
Aspect ID: algorithmic_bias

Definition

Algorithmischer Bias ist ein technisches statistisches Problem, das entsteht, wenn Machine-Learning-Modelle historische Verzerrungen in Trainingsdaten kodieren und perpetuieren. Dies geschieht durch verzerrte Trainingsdaten, Proxy-Variablen, die mit geschützten Merkmalen korrelieren, und Rückkopplungsschleifen.

Beispiele

Ein Rückfallvorhersage-Algorithmus (COMPAS) wurde auf historischen Verhaftungsdaten trainiert. Da Minderheitsangeklagte historisch aufgrund diskriminierender Polizeiarbeit häufiger verhaftet wurden, wies der Algorithmus Minderheitsangeklagten mit ähnlichen tatsächlichen Rückfallraten höhere Risikobewertungen zu als weißen Angeklagten.

Ein KI-gestütztes Bewerbungssystem wurde auf Lebensläufen erfolgreicher Mitarbeiter der letzten 20 Jahre trainiert, die überwiegend männlich waren. Das System lernte, männlich konnotierte Formulierungen wie 'durchgesetzt' und 'dominiert' positiv zu gewichten und Lücken im Lebenslauf – häufig durch Elternzeit entstanden – negativ zu bewerten, wodurch Frauen systematisch schlechter bewertet werden.

Ein Algorithmus zur Kreditwürdigkeitsprüfung einer Bank wurde auf historischen Kreditdaten trainiert. Da Bewohner bestimmter Stadtteile in der Vergangenheit aufgrund diskriminierender Kreditvergabepraktiken seltener Kredite erhielten und damit weniger positive Kredithistorien aufbauen konnten, stuft das Modell Antragsteller aus diesen Gebieten automatisch als riskanter ein – und zementiert so die ursprüngliche Benachteiligung.

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Wurde das Modell auf historischen Daten trainiert, die vergangene diskriminierende Praktiken kodieren?

    Typ: binary
  2. 2

    Sind Modellausgaben für geschützte Untergruppen systematisch weniger genau oder stärker verzerrt?

    Typ: binary
  3. 3

    Wurden Fairness-Metriken (z.B. demografische Parität, ausgeglichene Chancen) neben Genauigkeitsmetriken bewertet?

    Typ: binary
  4. 4

    Wird die behauptete Neutralität des Algorithmus verwendet, um seine unterschiedlichen Auswirkungen zu verschleiern?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.