Apps
EN — EnglishLogin

🧪 Diese Plattform befindet sich in der Beta-Phase. Funktionen können sich ändern und es können Fehler auftreten. Danke für dein Feedback!

HARKing (Hypothesenbildung nach Kenntnis der Ergebnisse)

Auch bekannt als: HARKing Post-hoc hypothesis revision Retrospective hypothesizing Nachträgliche Hypothesenbildung
Statistical Error ID: harking

Definition

HARKing ist die Praxis, eine Hypothese, die nach der Datenanalyse entwickelt oder verfeinert wurde, so zu präsentieren, als sei sie vor der Datenerhebung formuliert worden. Dies verwandelt explorative Analyse in scheinbar konfirmatorische Forschung und erzeugt den falschen Eindruck, dass eine spezifische Vorhersage bestätigt wurde. HARKing bläht den scheinbaren Evidenzwert von Befunden auf, da post-hoc formulierte Hypothesen an die Daten angepasst sind und daher fast garantiert von ihnen gestützt werden.

Beispiele

Eine Forscherin untersucht den Effekt eines Medikaments auf 20 Gesundheitsoutcomes. Nur der Effekt auf den Blutdruck ist statistisch signifikant. Die veröffentlichte Arbeit präsentiert eine fokussierte Hypothese zum Blutdruck ohne Erwähnung der anderen 19 getesteten Outcomes, sodass es erscheint, als sei der Blutdruckeffekt des Medikaments von Anfang an das vorhergesagte Ergebnis gewesen.

Ein Marketingforscher analysiert Daten zu 15 verschiedenen Faktoren, die die Kaufentscheidung beeinflussen könnten. Nur der Faktor 'Verpackungsfarbe' zeigt einen signifikanten Effekt. Im eingereichten Artikel wird die Hypothese 'Verpackungsfarbe beeinflusst Kaufentscheidungen' als von Anfang an geplante zentrale Forschungsfrage dargestellt – ohne Erwähnung der anderen 14 getesteten Faktoren.

Ein Soziologe durchsucht einen großen Datensatz nach Mustern und entdeckt zufällig, dass Menschen mit Fensterpflanzen im Büro seltener krankgeschrieben werden. Er formuliert daraufhin eine Theorie über Natur und Wohlbefinden und veröffentlicht die Analyse so, als sei diese spezifische Hypothese der Ausgangspunkt der Studie gewesen.

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Präsentiert die Studie eine Hypothese, die verdächtig gut zu den beobachteten Ergebnissen passt?

    Typ: binary
  2. 2

    Wurde die Hypothese plausiblerweise nach Sichtung der Daten formuliert statt vorher?

    Typ: binary
  3. 3

    Gibt es einen registrierten Vorab-Analyseplan oder eine Präregistrierung, die bestätigt, dass die Hypothese a priori formuliert wurde?

    Typ: binary
  4. 4

    Werden explorative Befunde so präsentiert, als seien sie konfirmatorisch?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.

Hierarchischer Kontext