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Inzidenz-Prävalenz-Bias

Auch bekannt als: Neyman-Bias Prävalenz-Inzidenz-Bias Selektives Überlebensbias
Aspect ID: incidence_prevalence_bias

Definition

Der Inzidenz-Prävalenz-Bias (auch Neyman-Bias) entsteht, wenn die Untersuchung bestehender Krankheitsfälle ein verzerrtes Bild der Risikofaktoren liefert, weil schnell tödlich verlaufende oder rasch remittierende Fälle bereits aus dem Pool beobachtbarer Fälle verschwunden sind.

Beispiele

Eine Studie zu Risikofaktoren einer schweren Infektion rekrutiert hospitalisierte Patienten. Die Schwerstkranken starben jedoch vor der Aufnahme, und Leichtkranke genasen zu Hause. Das Krankenhaus-Sample repräsentiert nur mittelschwere Fälle, was die Risikofaktorschätzungen verzerrt.

Forscher untersuchen den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Schlaganfall, indem sie Patienten auf einer Neurologie-Station befragen. Da viele Schlaganfallpatienten mit sehr hohem Blutdruck bereits in der Akutphase verstorben sind und mildere Fälle ambulant behandelt werden, unterschätzt die Studie den wahren Einfluss extremer Hypertonie auf das Schlaganfallrisiko.

Eine Befragung von Langzeitarbeitslosen soll Risikofaktoren für chronische Arbeitslosigkeit identifizieren. Dabei werden jedoch nur jene erfasst, die bereits seit Jahren arbeitslos sind – Personen, die schnell wieder eine Stelle fanden, sind längst aus dem System verschwunden. Die Ergebnisse spiegeln daher eher die Merkmale derjenigen wider, die besonders schwer vermittelbar sind, nicht die Ursachen von Arbeitslosigkeit im Allgemeinen.

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Beprobt die Studie bestehende Fälle (Prävalenzfälle) statt neu diagnostizierter Fälle (Inzidenzfälle)?

    Typ: binary
  2. 2

    Könnten schnell tödlich verlaufende oder rasch heilende Fälle fehlen, weil sie bei Studienbeginn nicht mehr vorhanden waren?

    Typ: binary
  3. 3

    Werden Risikofaktorschätzungen aus Prävalenzfällen für ätiologische Schlüsse genutzt?

    Typ: binary
  4. 4

    Könnten die scheinbaren Risikofaktoren die Krankheitsdauer statt des Krankheitsbeginns widerspiegeln?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.