Goodharts Gesetz (Goodhart's Law) — Wenn Zahlen lügen
Kennst du das? Ein Callcenter setzt die „durchschnittliche Gesprächsdauer“ als Zielwert, um effizienter zu werden.
Auch bekannt als: Campbell's Law, Metric Gaming, Teaching to the test, Cobra Effect
Was passiert hier eigentlich?
Goodharts Gesetz besagt: „Wenn ein Maß zum Ziel wird, hört es auf, ein gutes Maß zu sein.“ Sobald Akteure wissen, dass sie nach einer bestimmten Kennzahl bewertet werden, optimieren sie diese Kennzahl, oft auf Kosten des eigentlichen Ziels, das sie repräsentieren sollte. Dies führt zu perversen Anreizen.
Metriken sind Vereinfachungen komplexer Realitäten. Es ist fast immer einfacher, den Proxy (die Kennzahl) zu manipulieren als das komplexe Ziel dahinter zu erreichen.
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Ein Callcenter setzt die „durchschnittliche Gesprächsdauer“ als Zielwert, um effizienter zu werden. Die Agenten fangen an, Kunden abzuwürgen, schwierige Anrufe weiterzuleiten oder einfach aufzulegen. Die Gesprächsdauer sinkt (Ziel erreicht), aber die Kundenzufriedenheit bricht ein.
Goodharts Gesetz findet sich bei Standardtests in Schulen, in der Kriminalstatistik, bei wissenschaftlichen Zitierraten und im Engagement-Marketing in sozialen Medien.
Dein BS-Detektor
Nutze mehrere komplementäre Metriken, die schwer gleichzeitig zu manipulieren sind. Wechsel Metriken regelmäßig und ergänze quantitative Daten durch qualitative Bewertungen.
- ✓ Wer hat diese Daten gesammelt, und warum?
- ✓ Ist die Stichprobe groß genug und fair?
- ✓ Könnte es eine andere Erklärung geben?
Die Challenge
Wenn dir das nächste Mal jemand eine Statistik um die Ohren haut — in der Schule, online, in den Nachrichten — akzeptier sie nicht einfach. Frag: Was fehlt in diesem Bild?
Teil des TellDear Teen Book — criticalthinking.guide