Ergebnisverzerrung (Outcome Bias) — Wenn Logik sich verkleidet
Die Tendenz, eine Entscheidung nach ihrem schließlichen Ergebnis zu beurteilen und nicht nach der Qualität des Entscheidungsprozesses zu dem Zeitpunkt, als sie getroffen wurde. Eine gute Entscheidung, die (aus Zufall) zu einem schlechten Ergebnis führt, wird hart beurteilt, während eine schlechte Entscheidung, die glücklicherweise gut ausgeht, gelobt wird.
Auch bekannt als: Resulting, Hindsight Evaluation
Wie es funktioniert
Ergebnisse sind konkret und auffällig, während der Argumentationsprozess abstrakt und schwerer zu bewerten ist. Im Nachhinein (Hindsight) erscheint es oft so, als wäre das Ergebnis vorhersehbar gewesen.
Ein klassisches Beispiel
Ein Chirurg, der sich an Best Practices hält, aber einen Patienten verliert, wird als inkompetent verurteilt, während ein Chirurg, der unnötige Risiken eingeht, aber Glück hat, als mutig und fähig gepriesen wird.
Wo man das in der Praxis findet
Leistungsbeurteilungen, Trainerentscheidungen im Sport, Fälle von ärztlichen Kunstfehlern und die Bewertung von Investmentfondsmanagern.
Wie man es erkennt und kontert
Bewerte Entscheidungen basierend auf den Informationen und Überlegungen, die zu dem Zeitpunkt verfügbar waren. Beurteile den Prozess, nicht das Ergebnis.
Das Fazit
Ergebnisverzerrung (Outcome Bias) gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?