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blog.category.aspects 30. März 2026 1 Min. Lesezeit

Verwechslung von relativem und absolutem Risiko — Wenn Logik sich verkleidet

Dieser Fehler tritt auf, wenn relative Risikoveränderungen (Prozent von Prozent) mit absoluten verwechselt werden, was Effekte viel größer oder kleiner erscheinen lässt. Es ist wohl die am häufigsten ausgenutzte statistische Verwirrung in Gesundheitsjournalismus und Pharmamarketing.

Auch bekannt als: Relativer-Risiko-Fehlschluss, Risikoverstärkungsbias

Wie es funktioniert

Relative Risikoreduktionen klingen immer beeindruckender. ‚50% Reduktion' löst eine emotionale Reaktion aus, die ‚0,1 Prozentpunkt Reduktion' nicht auslöst.

Ein klassisches Beispiel

Eine Medikamentenwerbung behauptet: ‚Reduziert das Herzinfarktrisiko um 50%.' Klingt dramatisch. Aber wenn das Basisrisiko 2 von 1.000 ist, sinkt es auf 1 von 1.000 — eine absolute Risikoreduktion von nur 0,1%.

Wo man das in der Praxis findet

COVID-19-Impfstoffwirksamkeit wurde als ‚95% wirksam' (relativ) berichtet, was etwa 0,7% absolute Reduktion des Infektionsrisikos über den Studienzeitraum bedeutet. Statine ‚reduzieren das Herzinfarktrisiko um 36%' — absolut von 3,0% auf 1,9% (NNT ≈ 91).

Wie man es erkennt und kontert

Immer nach den absoluten Zahlen fragen: ‚X von wie vielen?' Number Needed to Treat (NNT) nutzen. Beide Zahlen nebeneinander präsentieren.

Das Fazit

Verwechslung von relativem und absolutem Risiko gehört zu den Denkfehlern, die auf den ersten Blick völlig logisch klingen. Genau das macht sie gefährlich — sie tragen das Kostüm valider Argumentation, während sie eine fehlerhafte Schlussfolgerung einschmuggeln. Die beste Verteidigung? Langsamer werden und fragen: Folgt diese Schlussfolgerung tatsächlich aus diesen Prämissen?

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