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Argument aus der Definition (Argument from Definition)

Auch bekannt als: Definitionsargument Argument aus der Wortbedeutung semantisches Argument definitional argument argument from meaning semantic argument
Argumentation Scheme ID: argument_from_definition

Definition

Das Argument aus der Definition behauptet, dass etwas bestimmte Eigenschaften haben muss, weil der entsprechende Begriff so definiert ist. Wenn X so definiert ist, dass es die Eigenschaft P hat, und das Subjekt als X klassifiziert wird, dann muss es die Eigenschaft P haben. Dieses Schema ist mächtig in formalen und juristischen Kontexten, in denen Definitionen institutionelle Autorität besitzen. Problematisch wird es, wenn Definitionen umstritten sind, wenn sie willkürlich festgesetzt werden, um ein Argument zu gewinnen, oder wenn das reale Phänomen nicht sauber in die definitorischen Grenzen passt.

Beispiele

Die Ehe ist definiert als Bund zwischen einem Mann und einer Frau. Gleichgeschlechtliche Paare sind nicht ein Mann und eine Frau. Daher können gleichgeschlechtliche Paare nicht verheiratet sein. Dieses Argument behandelt eine bestimmte Definition als fixiert und autoritativ, anstatt als soziale Konvention, die revidiert werden kann.

Ein Politiker erklärt: 'Steuern sind per Definition Zwangsabgaben an den Staat. Zwang ist per Definition unfreiwillig. Also kann niemand wirklich freiwillig Steuern zahlen wollen.' Hier wird die Definition genutzt, um jede moralische Rechtfertigung von Steuern im Keim zu ersticken – unabhängig davon, ob die Gesellschaft solche Abgaben als legitim und notwendig betrachtet.

Im Büro sagt ein Kollege: 'Kreativarbeit ist per Definition unstrukturiert und spontan. Unser Grafikdesigner folgt aber einem festen Zeitplan und Prozess. Also ist er eigentlich kein echter Kreativer.' Diese Argumentation verwechselt eine eng gefasste Begriffsdefinition mit der komplexen Realität kreativer Berufe.

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Wird eine Definition eines Schlüsselbegriffs als Prämisse verwendet?

    Typ: binary
  2. 2

    Ist die Definition Standard und weitgehend akzeptiert oder wird sie für dieses Argument festgesetzt?

    Typ: binary
  3. 3

    Folgt die Schlussfolgerung nur aufgrund der gewählten spezifischen Definition?

    Typ: binary
  4. 4

    Würde eine andere vernünftige Definition das Argument untergraben?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.

Hierarchischer Kontext