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Tu Quoque

Auch bekannt als: Appeal to Hypocrisy Whataboutism Two Wrongs Make a Right Du auch
Informal Fallacy ID: tu_quoque

Definition

Tu quoque ('du auch') lenkt Kritik ab, indem darauf hingewiesen wird, dass der Ankläger sich desselben oder eines ähnlichen Verhaltens schuldig gemacht hat. Es mag zwar Heuchelei offenbaren, befasst sich aber nicht damit, ob die ursprüngliche Kritik gültig ist. Das infrage stehende Verhalten bleibt falsch, unabhängig davon, ob der Kritiker es ebenfalls an den Tag legt. Es ist eine spezifische Form des Ad hominem, die Erwartungen an Konsistenz als Waffe einsetzt.

Beispiele

"Du sagst mir, ich soll mich gesünder ernähren? Du hattest diese Woche dreimal Fast Food! Du hast nicht das Recht, mich zu belehren."

Ein Politiker wird in einem Interview auf seine Versprechen zur Haushaltskonsolidierung angesprochen. Er antwortet: 'Die Opposition hat in ihrer Regierungszeit die Schulden doch noch viel stärker erhöht – fragen Sie doch erst mal die!' Die eigene Verantwortung wird damit nicht beantwortet.

Eine Managerin weist einen Mitarbeiter auf seine häufigen Verspätungen hin. Er erwidert: 'Sie selbst sind letzte Woche zweimal zu spät zum Meeting erschienen! Sie sollten mich nicht kritisieren.' Das eigene Fehlverhalten bleibt dadurch unbehandelt.

Formales Logikmuster
FOL-Muster
Die prädikatenlogische Formel, die die logische Struktur dieses Argumentationsmusters darstellt.
FOL (First-Order Logic, Prädikatenlogik) verwendet Quantoren (∀ = für alle, ∃ = es existiert), Verknüpfungen (∧ = und, ∨ = oder, ⇒ = impliziert, ¬ = nicht) und Prädikate, um die Form eines Argumentationsmusters zu erfassen.

Does(x, ¬P) ⇒ Invalid(Asserts(x, P))
Formale Verifizierung:
Formale Verifizierung
Prüft mithilfe eines automatischen Theorembeweisers, ob ein Argumentationsmuster logisch gültig oder ungültig ist.
Die formale Verifizierung nutzt einen SMT-Solver (Z3), um die logische Struktur eines Arguments mathematisch zu prüfen. Jedes Muster wird in Prädikatenlogik übersetzt und getestet: Können die Prämissen wahr sein, während die Schlussfolgerung falsch ist? Wenn ja: formal ungültig. Wenn nein: formal gültig. Viele reale Muster sind als nicht formal entscheidbar markiert — das heißt nicht, dass sie falsch sind.
Nicht formal entscheidbar

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Weist die Antwort auf inkonsequentes Verhalten des Gegners hin?

    Typ: binary
  2. 2

    Wird die Heuchelei des Gegners benutzt, um sein Argument abzuweisen?

    Typ: binary
  3. 3

    Versäumt es die Antwort, das ursprüngliche Argument sachlich zu behandeln?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.

Hierarchischer Kontext