Post Hoc Ergo Propter Hoc — Der Trick, den du nicht kommen siehst
Auch bekannt als: Post Hoc Ergo Propter Hoc, After Therefore Because, False Cause (Temporal Variant)
🔥 Hook
"Ich habe meine Glückssocken getragen und wir haben das Spiel gewonnen.
Kommt dir bekannt vor? Das passiert öfter als du denkst.
🧠 Was passiert hier eigentlich?
Post hoc ergo propter hoc ('danach, also deswegen') ist der spezifische Fehlschluss der Schlussfolgerung, dass das erste Ereignis das zweite verursacht hat, weil ein Ereignis dem anderen vorausging. Während eine zeitliche Abfolge eine notwendige Bedingung für Kausalität ist, reicht sie nicht aus. Viele Ereignisse, die anderen folgen, sind zufällig, werden durch Störfaktoren verursacht oder sind Teil eines umfassenderen Musters, das nicht mit dem vorhergehenden Ereignis zusammenhängt.
Das Fiese daran: Zeitliche Nähe ist der grundlegendste und intuitivste Hinweis auf Kausalität. Unsere Gehirne haben sich entwickelt, um aus Sequenzen zu lernen (das Berühren von Feuer führt zu Verbrennungen), wodurch sich Post-hoc-Überlegungen natürlich und zuverlässig anfühlen, selbst wenn sie es nicht sind.
📱 Real-Life Scroll
Was du online siehst:
"Ich habe meine Glückssocken getragen und wir haben das Spiel gewonnen. Meine Socken haben dazu geführt, dass wir gewinnen!" oder ernsthafter: "Die Kriminalitätsraten sanken, nachdem wir Überwachungskameras in der Hauptstraße installiert hatten, was beweist, dass die Kameras die Kriminalität reduziert haben." (Saisonale Trends, wirtschaftliche Veränderungen und andere Interventionen werden ignoriert.)
Noch eins
Ein Nutzer twittert: 'Seit die neue Bürgermeisterin im Amt ist, haben wir zwei Überschwemmungen erlebt. Unter ihrem Vorgänger gab es keine einzige – sie muss irgendetwas falsch machen!' Die Überschwemmungen wurden durch extreme Wetterereignisse verursacht, die nichts mit der Amtsführung zu tun haben.
Wie es im echten Leben aussieht:
Grundlegend für Aberglauben, Erfahrungsberichte zur Alternativmedizin, Programmevaluationen ohne ordnungsgemäße Kontrollen und Sportrituale. Es ist einer der häufigsten Argumentationsfehler im Alltag.
🔍 Wie du es erkennst
Frage nach einem plausiblen Mechanismus, der die beiden Ereignisse verbindet, und ob alternative Erklärungen ausgeschlossen wurden. Weise darauf hin, dass Korrelation und zeitliche Abfolge ohne kontrollierten Vergleich keine Kausalität begründen.
Schnell-Check:
- ✓ Beweist das Argument wirklich, was es behauptet?
- ✓ Könnte ich das einem Freund erklären, ohne dass es auseinanderfällt?
- ✓ Wenn ich die Emotion wegnehme — ergibt es dann noch Sinn?
💬 Was du tun kannst
Wenn jemand damit ankommt: "Interessant, aber folgt das wirklich daraus?" Du musst nicht gewinnen. Du musst nur nicht reinfallen.
🎯 Deine Challenge
Finde diese Woche ein Beispiel für Post Hoc Ergo Propter Hoc — kann überall sein. Schreib es auf. In dem Moment, wo du es benennen kannst, verliert es seine Macht.
Teil des TellDear Teen Book — criticalthinking.guide