Apps
EN — EnglishLogin

🧪 Diese Plattform befindet sich in der Beta-Phase. Funktionen können sich ändern und es können Fehler auftreten. Danke für dein Feedback!

Argument aus den Folgen (Argument from Consequences)

Auch bekannt als: pragmatisches Argument konsequentialistisches Schließen Pragmatic Argument Consequentialist Reasoning
Discourse Mechanics ID: argument_from_consequences

Definition

Ein Argumentationsschema, das eine Behauptung, Politik oder Handlung basierend auf ihren Konsequenzen bewertet. In seiner legitimen Form (pragmatisches Schließen) beurteilt es, ob die Ergebnisse der Annahme einer Position wünschenswert oder unerwünscht sind. Es wird zum Fehlschluss, wenn damit argumentiert wird, dass eine Tatsachenbehauptung wahr oder falsch ist, je nachdem, ob ihre Folgen angenehm oder unangenehm sind.

Beispiele

Legitim: Wir sollten in erneuerbare Energien investieren, da die Folgen eine verringerte Umweltverschmutzung und Energieunabhängigkeit sind. Fehlerhaft: Der Klimawandel kann nicht real sein, weil die Konsequenzen zu schrecklich wären.

Legitim: Wir sollten das Tempolimit auf Autobahnen einführen, da die Folgen weniger Unfälle, geringere CO₂-Emissionen und niedrigere Krankenhauskosten wären. Fehlerhaft: Die Theorie, dass Zucker Karies verursacht, kann nicht stimmen – wenn sie wahr wäre, müssten wir Kindern alle Süßigkeiten verbieten, und das wäre doch absurd.

Legitim: Wir sollten verpflichtende Rauchmelder in Mietwohnungen einführen, weil die Folge nachweislich weniger Brandopfer sind. Fehlerhaft: Es kann nicht sein, dass unser Unternehmen eine Datenschutzverletzung hatte – die Konsequenzen für unseren Ruf wären katastrophal, also lehne ich das ab.

Formales Logikmuster
FOL-Muster
Die prädikatenlogische Formel, die die logische Struktur dieses Argumentationsmusters darstellt.
FOL (First-Order Logic, Prädikatenlogik) verwendet Quantoren (∀ = für alle, ∃ = es existiert), Verknüpfungen (∧ = und, ∨ = oder, ⇒ = impliziert, ¬ = nicht) und Prädikate, um die Form eines Argumentationsmusters zu erfassen.

Action(A) ∧ Causes(A,C) ∧ Good(C) ⇒ ShouldDo(A)
Formale Verifizierung:
Formale Verifizierung
Prüft mithilfe eines automatischen Theorembeweisers, ob ein Argumentationsmuster logisch gültig oder ungültig ist.
Die formale Verifizierung nutzt einen SMT-Solver (Z3), um die logische Struktur eines Arguments mathematisch zu prüfen. Jedes Muster wird in Prädikatenlogik übersetzt und getestet: Können die Prämissen wahr sein, während die Schlussfolgerung falsch ist? Wenn ja: formal ungültig. Wenn nein: formal gültig. Viele reale Muster sind als nicht formal entscheidbar markiert — das heißt nicht, dass sie falsch sind.
Nicht formal entscheidbar

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Wird eine Strategie, Handlung oder Überzeugung bewertet?

    Typ: binary
  2. 2

    Basiert die Bewertung auf den vorhergesagten Folgen ihrer Annahme oder Ablehnung?

    Typ: binary
  3. 3

    Sind die vorhergesagten Folgen empirisch belegt statt bloß behauptet?

    Typ: binary
  4. 4

    Geht es im Argument um praktische Wünschbarkeit statt um Wahrheit oder Falschheit?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.

Hierarchischer Kontext