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Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)

Auch bekannt als: Myside Bias Confirmatory Bias Bestätigungstendenz
Cognitive Bias ID: confirmation_bias

Definition

Bestätigungsfehler ist die Tendenz, Informationen so zu suchen, zu interpretieren, zu bevorzugen und zu erinnern, dass sie die eigenen Vorurteile oder Hypothesen bestätigen. Er beeinflusst jede Phase der Informationsverarbeitung, von den Fragen, die wir stellen, bis hin zur Art und Weise, wie wir uns an Ergebnisse erinnern. Dieser Bias ist besonders tückisch, da er weitgehend unbewusst abläuft.

Beispiele

Ein Manager, der glaubt, dass ein bestimmter Mitarbeiter minderwertige Arbeit leistet, bemerkt jeden Fehler dieses Mitarbeiters, während er dessen Erfolge übersieht, und baut so eine Argumentation auf, die seinen ursprünglichen negativen Eindruck bestätigt.

Eine überzeugte Veganerin liest täglich Artikel über die Vorteile der pflanzlichen Ernährung und teilt diese begeistert in sozialen Medien. Studien, die auf mögliche Nährstoffmängel hinweisen, scrollt sie schnell durch oder bezeichnet sie als 'von der Fleischindustrie finanziert', ohne den Inhalt ernsthaft zu prüfen.

Ein Anleger hat in eine bestimmte Aktie investiert und ist fest von deren Potenzial überzeugt. Positive Nachrichten über das Unternehmen nimmt er als Bestätigung seiner Entscheidung wahr, während er Analysen, die auf strukturelle Probleme hinweisen, als 'übertrieben pessimistisch' abtut.

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Präsentiert der Text primär Belege, die eine bereits bestehende Überzeugung stützen?

    Typ: binary
  2. 2

    Werden widersprüchliche oder widerlegende Belege ignoriert, abgetan oder nicht erwähnt?

    Typ: binary
  3. 3

    Zeigt der Autor Bewusstsein für Belege, die seine Position infrage stellen könnten?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.

Verwandte Aspekte

→ triggers
Voreilige Verallgemeinerung (Hasty Generalization)

Drawing broad conclusions from limited, unrepresentative, or anecdotal evidence.

→ triggers
P-Hacking (Data Dredging)

Running multiple analyses until p<0.05 and only reporting significant results.

→ triggers
Ghost Variables (Lurking Variables)

Gathering data on multiple variables but omitting non-significant ones from report.

→ correlates with
Semmelweis-Reflex

Reflex-like rejection of new evidence contradicting established norms.

← correlates with
P-Hacking (Data Dredging)

Running multiple analyses until p<0.05 and only reporting significant results.

← correlates with
Ghost Variables (Lurking Variables)

Gathering data on multiple variables but omitting non-significant ones from report.

← correlates with
Einseitigkeits-Defizit (Show the Other Side Deficit)

Stating a controversial claim as absolute fact without acknowledging opposing views.

← correlates with
Strohmann-Argument (Straw Man)

Distorting or caricaturing an opponent's argument to attack it more easily.

← correlates with
Bayesian Reasoning

Probability-based belief revision using Bayes' theorem.

← related to
Wunschdenken (Wishful Thinking)

Wishful thinking is a cognitive bias in which the desirability of a belief influences the assessment of its truth. People believe things because they want them to be true, not because evidence supports them. This bias operates at the interface of emotion and cognition: desires distort probability assessment, evidence evaluation, and information seeking. It is related to but distinct from optimism bias — wishful thinking specifically involves the causal influence of desire on belief formation, not merely a general positive outlook.

← correlates with
Gesetz der narrativen Schwerkraft

The tendency for new information to be pulled toward and assimilated into dominant existing narratives, distorting its interpretation to fit pre-existing stories.