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ratio_bias
Der Ratio-Bias (Nenner-Vernachlässigung) ist die Tendenz, sich auf absolute Zahlen statt auf Proportionen zu konzentrieren. Menschen sind von „10 aus 100“ beeindruckter als von „1 aus 10“, obwohl beides 10 % entspricht. Dies kann dazu führen, dass Optionen mit schlechteren Quoten gewählt werden, nur weil die absolute Anzahl an Erfolgen höher erscheint.
In einer Lotterie kann man zwischen zwei Gefäßen wählen. Gefäß A hat 1 rote Murmel bei 10 gesamt (10 % Chance). Gefäß B hat 8 rote Murmeln bei 100 gesamt (8 % Chance). Viele wählen B, weil „8 Chancen“ besser klingen als „1 Chance“, obwohl die Quote schlechter ist.
Ein Krankenhaus wirbt damit, dass 47 Patienten nach einer neuen Behandlung vollständig geheilt wurden – ein Konkurrenzprodukt habe nur 8 Patienten geheilt. Was verschwiegen wird: Das erste Mittel wurde an 900 Patienten getestet (5,2 %), das zweite nur an 80 (10 %). Die meisten Leser halten das erste Mittel trotzdem für überlegen.
Ein Online-Shop schreibt: 'Bereits 200 Kunden haben dieses Produkt zurückgegeben!' Ein anderer Shop meldet nur 12 Rücksendungen. Kunden meiden den ersten Shop – obwohl der erste 50.000 Einheiten verkauft hat (0,4 % Rücksendequote) und der zweite nur 80 (15 % Rücksendequote).
Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:
Werden absolute Zahlen ohne den Nenner (Basiswert) präsentiert?
Typ: binaryWürde eine Darstellung als Prozentsatz den Eindruck grundlegend ändern?
Typ: binaryWerden Gruppen unterschiedlicher Größe nur anhand ihrer absoluten Trefferzahlen verglichen?
Typ: binaryDer Ratio-Bias (Nenner-Vernachlässigung) ist die Tendenz, sich auf absolute Zahlen statt auf Proportionen zu konzentrieren. Menschen sind von „10 aus 100“ beeindruckter als von „1 aus 10“, obwohl beides 10 % entspricht. Dies kann dazu führen, dass Optionen mit schlechteren Quoten gewählt werden, nur weil die absolute Anzahl an Erfolgen höher erscheint.
Das Gehirn verarbeitet absolute Häufigkeiten leichter als Proportionen. „Acht Murmeln“ ist greifbarer als „8 Prozent“. Wir denken eher in Stückzahlen als in Raten.
Rechne Vergleiche immer auf denselben Nenner um oder stelle sie als Prozentsätze nebeneinander. Frage immer nach der Rate, nicht nur nach der Zahl.
Dies beeinflusst medizinische Entscheidungen („200 von 10.000 sterben“ wirkt bedrohlicher als „2 %“) und Produktmarketing („9 von 10 Zahnärzten“).
Nutze diese Tools, um diesen Aspekt zu erkennen, zu analysieren oder zu trainieren.