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Beweislastumkehr (Burden of Proof Fallacy)

Auch bekannt als: Onus Probandi Shifting the Burden of Proof Beweislastverschiebung
Informal Fallacy 📰 Medienverzerrung ID: burden_of_proof

Definition

Der Fehlschluss der Beweislastumkehr tritt auf, wenn jemand die Verantwortung, eine Behauptung zu beweisen, auf die Person verschiebt, die sie infrage stellt oder leugnet, anstatt zu akzeptieren, dass derjenige, der die Behauptung aufstellt, die anfängliche Beweislast trägt. In Logik und Wissenschaft muss die Person, die eine positive Behauptung aufstellt, Evidenz liefern; es ist nicht die Aufgabe des Skeptikers, sie zu widerlegen. Dieser Fehlschluss tritt oft zusammen mit unwiderlegbaren Behauptungen auf.

Beispiele

"Ich glaube, dass unsichtbare Energiefelder jeden Menschen umgeben. Du kannst nicht beweisen, dass sie nicht existieren, also musst du akzeptieren, dass sie es tun."

Ein Nahrungsergänzungsmittelhersteller wirbt: 'Unser Produkt aktiviert die Selbstheilungskräfte des Körpers. Wenn Sie das bezweifeln – beweisen Sie doch, dass es nicht funktioniert!' Die Beweispflicht für die Wirksamkeit liegt jedoch beim Hersteller.

Im Büro behauptet ein Kollege: 'Ich bin sicher, dass der neue Kollege die Berichte absichtlich verzögert.' Als man ihn nach Belegen fragt, sagt er: 'Kannst du mir beweisen, dass er es nicht tut? Dann musst du mir ja glauben.' Eine unbelegte Anschuldigung wird damit zur Tatsache erklärt.

Formales Logikmuster
FOL-Muster
Die prädikatenlogische Formel, die die logische Struktur dieses Argumentationsmusters darstellt.
FOL (First-Order Logic, Prädikatenlogik) verwendet Quantoren (∀ = für alle, ∃ = es existiert), Verknüpfungen (∧ = und, ∨ = oder, ⇒ = impliziert, ¬ = nicht) und Prädikate, um die Form eines Argumentationsmusters zu erfassen.

¬Proven(¬P) ⇒ P
Formale Verifizierung:
Formale Verifizierung
Prüft mithilfe eines automatischen Theorembeweisers, ob ein Argumentationsmuster logisch gültig oder ungültig ist.
Die formale Verifizierung nutzt einen SMT-Solver (Z3), um die logische Struktur eines Arguments mathematisch zu prüfen. Jedes Muster wird in Prädikatenlogik übersetzt und getestet: Können die Prämissen wahr sein, während die Schlussfolgerung falsch ist? Wenn ja: formal ungültig. Wenn nein: formal gültig. Viele reale Muster sind als nicht formal entscheidbar markiert — das heißt nicht, dass sie falsch sind.
Nicht formal entscheidbar

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Stellt eine Partei eine Behauptung auf?

    Typ: binary
  2. 2

    Versäumt es der Behauptende, Evidenz zu liefern, und verlangt stattdessen, dass der Gegner sie widerlegt?

    Typ: binary
  3. 3

    Wird die Beweislast von der Person abgewälzt, die die positive Behauptung aufstellt?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.

Hierarchischer Kontext