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Praktisches Schließen (Ziel-zu-Handlung)

Auch bekannt als: deliberatives Schließen Ziel-Handlungs-Argumentation entscheidungstheoretisches Argument deliberative reasoning goal-to-action reasoning decision-theoretic argument
Argumentation Scheme ID: practical_reasoning

Definition

Praktisches Schließen (Ziel-zu-Handlung) ist die erweiterte Form des Mittel-Zweck-Denkens, die explizit die Ziele des Akteurs, verfügbare Handlungen, deren Konsequenzen und Werte berücksichtigt, um zu einer Entscheidung über das Handeln zu gelangen. Im Gegensatz zum einfachen Mittel-Zweck-Schließen betrachtet diese umfassendere Version mehrere Ziele, die in Konflikt stehen können, Nebenwirkungen von Handlungen und die Frage, ob die Ziele selbst verfolgenswert sind. Es ist der grundlegende Rahmen für deliberative Entscheidungsfindung.

Beispiele

Wir wollen Fettleibigkeit bei Kindern reduzieren (Ziel). Wir könnten zuckerhaltige Getränke in Schulen verbieten (Handlung 1), Ernährungsbildung finanzieren (Handlung 2) oder gesunde Schulessen subventionieren (Handlung 3). Jede Option hat unterschiedliche Kosten, Implementierungshürden und Effektivitätsprofile. In Anbetracht unserer Budgetbeschränkungen und der Evidenzlage ist die Subventionierung gesunder Mahlzeiten die effektivste und politisch machbarste Option.

Wir wollen die Wahlbeteiligung bei Erstwählern erhöhen (Ziel). Wir könnten Wahlkampagnen in sozialen Medien starten (Handlung 1), Wahlinformationen an Schulen verteilen (Handlung 2) oder die Briefwahl vereinfachen (Handlung 3). Da Handlung 2 kostengünstig ist und eine breite Zielgruppe erreicht, während Handlung 3 nachweislich die Beteiligung steigert, empfiehlt sich eine Kombination beider Maßnahmen.

Ein Softwareunternehmen möchte die Mitarbeiterfluktuation senken (Ziel). Mögliche Maßnahmen sind Gehaltserhöhungen (Handlung 1), flexibles Homeoffice (Handlung 2) oder ein strukturiertes Mentoring-Programm (Handlung 3). Da Umfragen zeigen, dass mangelnde Work-Life-Balance der Hauptkündigungsgrund ist und Homeoffice kaum Kosten verursacht, sollte zunächst Handlung 2 umgesetzt werden.

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Wird ein spezifisches Ziel oder ein gewünschtes Ergebnis identifiziert?

    Typ: binary
  2. 2

    Ist die vorgeschlagene Handlung tatsächlich ein praktikables Mittel zur Erreichung des Ziels?

    Typ: binary
  3. 3

    Werden Nebenwirkungen oder alternative Handlungen übersehen?

    Typ: binary
  4. 4

    Ist das Ziel selbst gerechtfertigt oder wünschenswert?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.

Hierarchischer Kontext