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Maskierter-Mann-Fehlschluss (Masked Man Fallacy)

Auch bekannt als: Intensional Fallacy Epistemic Fallacy Illicit Substitution of Identicals Intensionaler Fehlschluss
Formal Fallacy ID: masked_man_fallacy

Definition

Der Maskierter-Mann-Fehlschluss tritt auf, wenn das Leibniz-Gesetz der Ersetzbarkeit von Identischem fälschlicherweise in intensionalen Kontexten (Glaube/Wissen) angewendet wird. Während identische Objekte in extensionalen Kontexten alle Eigenschaften teilen, schlägt die Ersetzung fehl, wenn der Kontext den Glauben, das Wissen oder die Einstellungen einer Person betrifft, da eine Person etwas unter einer Beschreibung kennen kann, aber nicht unter einer anderen. Dies ist ein subtiler formaler Fehler, der in der Sprachphilosophie und der Referenzsemantik wurzelt.

Beispiele

"Ich weiß, wer mein Nachbar ist. Ich weiß nicht, wer die Bank ausgeraubt hat. Deshalb ist mein Nachbar nicht die Person, die die Bank ausgeraubt hat."

Lisa weiß, wer ihr bester Freund ist. Lisa weiß nicht, wer ihr heimlicher Bewunderer ist. Also kann ihr bester Freund nicht ihr heimlicher Bewunderer sein.

Der Detektiv kennt den Bürgermeister persönlich. Der Detektiv weiß nicht, wer hinter dem Erpressungsbrief steckt. Also kann der Bürgermeister unmöglich der Erpresser sein.

Formales Logikmuster
FOL-Muster
Die prädikatenlogische Formel, die die logische Struktur dieses Argumentationsmusters darstellt.
FOL (First-Order Logic, Prädikatenlogik) verwendet Quantoren (∀ = für alle, ∃ = es existiert), Verknüpfungen (∧ = und, ∨ = oder, ⇒ = impliziert, ¬ = nicht) und Prädikate, um die Form eines Argumentationsmusters zu erfassen.

Know(a, x) ∧ ¬Know(a, y) ⇒ x ≠ y (in intensional context)
Formale Verifizierung:
Formale Verifizierung
Prüft mithilfe eines automatischen Theorembeweisers, ob ein Argumentationsmuster logisch gültig oder ungültig ist.
Die formale Verifizierung nutzt einen SMT-Solver (Z3), um die logische Struktur eines Arguments mathematisch zu prüfen. Jedes Muster wird in Prädikatenlogik übersetzt und getestet: Können die Prämissen wahr sein, während die Schlussfolgerung falsch ist? Wenn ja: formal ungültig. Wenn nein: formal gültig. Viele reale Muster sind als nicht formal entscheidbar markiert — das heißt nicht, dass sie falsch sind.
Formal ungültig

Prüfschritte
Prüfschritte
Binäre Ja/Nein-Fragen, die eine KI beantworten muss, um ein Argumentationsmuster in einem Text zu erkennen.
Jeder der 452 Aspekte hat Prüfschritte — einfache Ja/Nein-Fragen, die systematisch erkennen sollen, ob ein Muster in einem Text vorkommt. Für Ad Hominem: "Greift das Argument eine Person statt ihre Behauptung an?" Für falsche Dichotomie: "Werden nur zwei Optionen präsentiert, obwohl mehr existieren?"

Binäre (Ja/Nein) Fragen, die ein LLM beantworten muss, um diesen Aspekt zu identifizieren:

  1. 1

    Beinhaltet das Argument Identitätsbehauptungen über Personen oder Objekte?

    Typ: binary
  2. 2

    Verwendet es einen wissens- oder glaubensbasierten (intensionalen) Kontext?

    Typ: binary
  3. 3

    Wendet es Leibniz' Gesetz der Ersetzbarkeit von Identischem in einem intensionalen Kontext an, wo es ungültig ist?

    Typ: binary
Vertiefung
Der aufklappbare Detailbereich auf jeder Aspekt-Seite mit Beispielen, Psychologie und Gegenstrategien.
Der Vertiefungsbereich bietet ausführliche Informationen zu jedem Aspekt: ein Praxisbeispiel, eine Erklärung warum es funktioniert, Tipps wie man entgegnet, alternative Bezeichnungen und Links zu verwandten Aspekten.

Hierarchischer Kontext